Halbzeit Zwei macht den Arrows Hoffnung

Herren

Im ersten Vorbereitungsspiel mussten die Stuttgart Silver Arrows zwar gegen die Kornwestheim Cougars eine 18:21 Niederlage hinnehmen, doch die Voraussetzungen waren von Beginn an nicht positiv gewesen. Dennoch machte die zweite Halbzeit Hoffnung, in der die Arrows einen 6:21 Rückstand fast in einen Sieg wandeln konnten.



Es war ein starker Aderlass, den die Silberpfeile nach der letzten Saison hinnehmen mussten. Und nun gleicht das Team einem Jugendteam. Am Spieltag waren die Arrows mit der Mindestzahl von 22 Spielern angereist. Davon waren alleine 8 absolute Neulinge und 5 weitere Spieler die entweder gerade aus der Jugend hochgekommen waren oder im zweiten Jahr Football spielen. Blieben also noch 9 alte Hasen, von denen einer Headcoach Jürgen Doh selbst war, der aber nur für den Notfall bereitstand.


Zwei weitere alte Hasen waren zwar mitgefahren, standen aber für das Spiel auf Grund von Verletzungen nicht zur Verfügung, so dass praktisch immer 3-4 Neulinge mit auf dem Feld standen und die verbleibenden „alten Hasen“ beide Wege gehen mussten. „Wir wussten, dass einige Kräfte für dieses Spiel fehlen würden“, erklärt Doh die dünne Personaldecke, doch gerade für die Neuen ergaben sich so vel Spielzeit und damit verbunden viel Spielerfahrungen.


Die vielen Neuen taten sich vor allem in der Verteidigung schwerer. „Hier kommt es vor allem auf das Spielverständnis an“, erklärt Bastian Feigl, der Defense-Captain. „Du kannst nicht zum Football kommen und gleich antipizieren, was Dein Gegner machen wird, das muss man lernen.“ Da tut sich die Offense leichter, die ja vordefinierte Spielzüge hat.


Gleich im ersten Ballbesitz marschierten die Arrows über das Feld und erzielten die ersten Punkte. Da kein Kicker mit dabei war, versuchten sie den Zweipunktversuch, der jedoch misslang. Eine 6:0 Führung war ein seltenes Gefühl für die Akteure der letzten beiden Spielzeiten. Doch die Cougars konterten. Schnell hatten sie die Schwachpunkte in der Verteidigung ausgemacht und konnten die nächsten drei Drives mit Touchdowns und Zusatzpunkt abschließen, während der Angriff der Arrows nach dem ersten Schwung selbigen etwas verloren hatte.


Doch schon vor der Halbzeit griffen auch die ersten Anpassungen in der Defense der Stuttgarter, die fortan keine Punkte mehr zuließ und sich für 4 Balleroberungen verantwortlich zeigte. „Es war wichtig, dass unsere kleinen Änderungen Auswirkungen zeigten“, sagt Feigl, der mit der Leistung seiner Verteidigung nach der Umstellung mehr als zufrieden war. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Plays gemacht.“


Der Angriff, der in der ersten Halbzeit auf den Schultern von Nachwuchsquarterback Aris Katz lag hatte in dieser Formation auch noch nicht zusammengespielt. Das zeigte sich immer wieder in kleinen Abstimmungsproblemen. In Halbzeit Zwei übernahm Tim Radke dann das Ruder und führte seine Offense etwas energischer über das Feld. In dieser Phase konnten die Arrows selbst noch zwei weitere Touchdowns erzielen und so auf 18:21 verkürzen. Die Zweipunktversuche scheiterten dabei jedes Mal, ansonsten hätte auch noch ein Sieg drin sein können.


„Das Ergebnis war für uns zweitrangig, uns kam es vor allem auf die Spielpraxis an“, spielt Doh das Ergebnis runter. „Vor allem auf die zweite Halbzeit können wir aufbauen.“ Mit dem schmalen Kader zeigten sich die Arrows konditionell auf gutem Niveau. „Ohne die Kondition hätten unsere Spieler kaum beide Wege gehen und bis zu letzt gute Leistungen zeigen können“, sieht Doh weitere positive Punkte. Nun gilt es zum ersten Spiel am 23. April in Böblingen alle Mann an Bord zu haben. „Böblingen ist für uns mit Ludwigsburg Topfavorit der Liga.“ Die Arrows selbst sieht Doh in der Außenseiterrolle. „Wir fangen praktisch neu an, Ziel für uns ist der Klassenerhalt!“