Silver Arrows mit peinlicher Blamage in Böblingen

Herren

Mit einer unnötigen aber verdienten 0:10 Pleite bei den Böblingen Bears verabschieden sich die Stuttgart Silver Arrows aus der Saison 2016. Statt positiver Bilanz gibt es nur eine ausgeglichene Punkteverteilung. Für das kommende Jahr fordert Doh mehr Einsatz, denn er will mit dem Team um den Aufstieg mitspielen. „Aber dazu müssen sich ALLE mehr fürs Team einsetzen und eben auch mal ins Training kommen, wenn es mal nicht passt, oder die Laune dazu fehlt.“ Die Jugend machte es tagszuvor etwas besser und konnte das Auftaktspiel gegen die Ostalb Highlanders mit 26:8 gewinnen, danach mussten sie sich aber den favorisierten Freiburg Sacristans mit 8:28 geschlagen geben.

„Wir haben gespielt, wie wir trainiert haben“, ärgert sich Defensiv-Koordinator Nick Daubitzer. „Und einige haben geglaubt, dass es kein Problem ist, wenn man am Samstag auf dem Wasen war. Es ist ein Problem!“ Daubitzer findet im Abschlusshuddle klare Worte. Die Frage ist, ob es ankommt. „Die meisten der Spieler haben erst die letzten 3-4 Jahre mitgemacht. Da haben wir immer im Mittelfeld mitgespielt. Damit scheint jeder zufrieden“, findet Headcoach Jürgen Doh. Um dies zu durchbrechen hat er nun angekündigt, im nächsten Jahr angreifen zu wollen. Ziel: Meisterschaft!

Über das Spiel gibt es wenig zu berichten. Im ersten Drive marschierten die Silver Arrows über das Feld und waren nur noch wenige Meter vor der Böblinger Endzone. Hier leistete sich ein indisponierter Michael Dierberger den ersten von drei Fehlwürfen. Der Pass wurde abgefangen und die Chance auf Punkte war dahin. Die Defense hatte Böblingen aber in der ersten Hälfte gut im Griff und gönnte den Gastgebern kaum einen neuen ersten Versuch. So endeten sowohl das erste Viertel, wie auch die erste Halbzeit mit einem mageren 0:0

Nach der Pause egalisierten sich beide Teams weiterhin und tauschten Punts aus. Doch einmal schnappte sich Dierberger, der auch als Punter fungiert, das Ei und versuchte ein neues First Down zu erzielen, wurde aber Zentimeter vor der entscheidenden Linie gestoppt und so erhielten die Bears den Ball an der Stuttgarter 30 Yard Linie. Beste Feldposition im Spiel bis dahin. Und Böblingen machte das Beste daraus.

Ein Pass auf den Ballfänger, der sich zuvor mit unlauteren Mitteln Platz geschaffen hatte, brachte die Böblingen an die 3 Yard-Linie. Dort stemmte sich die mit Ersatzspielern gespickte Defense gegen den Touchdown und zwang die Gastgeber zum Fieldgoal. Und man freute sich schon an der Seitenlinie, als der Snap zu hoch kam, doch der Quarterback der Bears reagierte schnell, schnappte sich den Ball und rannte um die Verteidiger herum in die Endzone. Der Zusatzkick saß und die Hausherren führten plötzlich mit 7:0.

Und als schien es, dass es alle ein wenig eilig hatten, war schon wieder Seitenwechsel angesagt. Und die Offensive der Arrows war gefordert, aber mehr als ein weiterer Puntversuch sprang nicht heraus. Anders bei den Bären, die nun Morgenluft witterten und ins Laufen kamen. Ein Marsch über das halbe Feld brachte sie in Fieldgoal Reichweite, denn mehr ließ die Stuttgarter Defensive nicht zu. Das aber verwandelten sie sicher. Und als sich Dierberger in der Schlussphase seinen dritten Fehlpass leistete, war das Spiel gelaufen und die Arrows vom Tabellenletzten geschlagen.

„Wir haben den dritten Platz hergeschenkt. Wir haben eine siegreiche Saison vergeigt. Und wir haben uns heute bis auf die Knochen blamiert!“ Doh nickt Daubitzer beifällig zu, der die Jungs nach dem Spiel ins Gebet nimmt. Eindringlich blickt er in die Gesichter der Geschlagenen und fordert mehr Einsatz. „Wenn wir nächstes Jahr um die Meisterschaft mitspielen wollen, dann sind hier ALLE gefordert. Jederzeit. Im Training! Im Spiel! Bei Veranstaltungen! Aber vor allem IM Training!““

Am Tag zuvor wurde in Kornwestheim das U17 Tackle-Turnier der Landesliga ausgetragen. Dort musste die Spielgemeinschaft Silver Arrows/Cougars beweisen, dass die Leistung von Tübingen nicht die wahre Stärke der SG war. Und das gelang gegen die Ostalb Highlanders auch gut. Die Defense gönnte den Highlandern nicht viel Raum und zwang sie zu Fehlern, die der Angriff ausnutzte. Bis zur Halbzeit war man auf 21:0 davongezogen. Dann durften sich auch vermehrt die Backups versuchen. Dabei stockte es aber auf beiden Seiten des Balls. Mit einem Puntreturn-TD erhöhte die SG auf 26:0 musste dann aber noch den Anschluss-TD der Gäste zum 26:8 hinnehmen.

Genau andersherum lief es beim Spiel gegen die favorisierten Freiburg Sacristans. Und die setzten im ersten Spielzug auch gleich ein Zeichen. Ein Lauf über außen brachte nach 70 Yards den ersten Touchdown. Diesem folgte in der ersten Halbzeit noch ein weiterer zum 0:14. Ein eigener TD gelang leider erst, nachdem die Messdiener mit einem weiteren TD auf 0:21 davongezogen waren. Dabei war die SG gar nicht schlecht und zeigte sich im Vergleich zum letzten Wochenende stark verbessert. Doch die aufkeimende Hoffnung wurde durch den vierten Touchdown des Tages vernichtet. Endstand 8:28.

Die Coaches wissen, dass noch viel Arbeit vor Ihnen liegt. „Aber wir haben eben auch viele junge Spieler im Team“, erklärt Headcoach Klaus Krauthan, der auch den Nachwuchs spielen lässt. „Wir haben extra in der Landesliga gemeldet, damit wir vielen Spielern Spielpraxis geben können.“ So kommt es, dass die SG mit einer Defense-Line auf dem Feld steht, die alle noch U15 spielen dürfen. „Und die schlagen sich recht wacker und machen auch hin und wieder mal das Play. Das wird sich in ein bis zwei Jahren auszahlen“, ist sich Krauthan sicher.