Silver Arrows – Jetzt nur nicht nachlassen!

Herren

Bevor es zum Abschluss der Saison zu Hause gegen den Tabellenersten und den Tabellenzweiten geht, sind die Stuttgart Silver Arrows zu Gast beim Tabellenschlusslicht, den Badener Greifs. Am 12. Juli sind sie Gast auf dem Sportplatz des ASV Grünwettersbach. Für die Silberpfeile geht es darum, die Revenge-Tour fortzusetzen, zumal die Greifs den Arrows beim Auftritt in Stuttgart die Show und die Punkte stahlen. Mit einem Sieg würden die Arrows in der Tabelle weiter nach oben klettern.

Es ist das Aufeinandertreffen der beiden ältesten Teams in der Oberliga. Erst kürzlich feierten die Greifs ihr 33 jähriges Bestehen, bei den Arrows sind es inzwischen 35 Jahre. Aber die Teams haben noch mehr gemeinsam. Doch während die Silver Arrows aus dem Zusammenschluss zweier Vereine entstanden sind, mussten die Greifs erst vor zwei Jahren die Abspaltung eines Teils der Spieler hinnehmen. „Das war nicht schön für die Jungs“, findet auch Sergio DePilla. Der Receiver-Coach der Stuttgarter kennt das Problem, wenn plötzlich Spieler an allen Ecken und Ende fehlen. „Das hatten wir bei den Arrows auch mal, aber zum Glück sind wir über diese Phase hinweggekommen.“

Damals sind die Arrows aus der 2. Bundesliga abgestürzt, bis in die Oberliga. „Da gab es in 2 Jahren nicht einen einzigen Sieg“, erinnert sich DePilla. Ganz so düster sieht es bei den Greifs nicht aus. Aber als Absteiger aus der Regionalliga befinden sie sich gerade auf bestem Wege in die Landesliga. Dabei hatten sich die Wappenvögel das sicherlich anders vorgestellt und gehofft, in der Oberliga bestehen zu können. Bis zum Sieg in Stuttgart gab es aber drei knappe Niederlagen. Aber danach schlug das Schicksal erbarmungslos zu. In der Folge gab es drei Klatschen mit zusammen 28:115 Punkten. Immerhin gab es mit dem Sieg in Tübingen (31:23) einen Lichtblick.

Die Silberpfeile blicken gerade auf den höchsten Saisonsieg in dieser Oberligasaison zurück. Beim 46:0 wurden zudem auch die meisten Punkte erzielt (mit Heilbronn gleichgezogen), das heißt, nicht nur die Defense ist am Rollen, auch im Angriff läuft es inzwischen richtig rund. Anteil daran haben auch die Receiver, die gegen Tübingen allein die ersten vier offensiven Scores erzielten, bzw. vorbereiteten. „Wir können inzwischen auf sieben oder acht fast gleichwertige Passempfänger zugreifen“, freut sich DePilla. Das zahlt sich aus, wenn man dann ständig frische Leute aufs Feld schicken kann.

Klammheimlich hat sich aber die Defense gemausert. Und zwar inzwischen zur besten Defense der Liga. Kein anderes Team hat im Schnitt weniger Punkte pro Spiel zugelassen. Aktuell sind es in neun Spielen 139 Punkte (15,44 Punkte pro Spiel). Herankommen tun da nur die Böblingen Bears (143) und die Weinheim Longhorns (145), auch jeweils in neun Spielen. Die Greifs sind da ganz weit weg, aktuell bei 265 Punkten, ebenfalls in neun Spielen (29,44 Punkte pro Spiel). 14 Punkte trennen die Teams in der Defensive. Offensiv ist der Abstand dann nicht ganz so groß. Bei den Arrows sind es 19,11 und bei den Wappentieren 17,67 erzielte Punkte pro Spiel.

„Da wird dann klar, dass unsere Defense wieder gut stehen muss, damit wir den Greifs kein Oberwasser geben“, sagt Defensiv Coordinator Nick Daubitzer. Und wenn die Defense die Greifs im Griff hat, dann gibt es auch Zeit und Raum für den Angriff. „Im Hinspiel war unsere Passverteidigung etwas unkonzentriert, ich denke, das haben wir in den vergangenen Wochen gut abgestellt“, erklärt Daubitzer den Unterschied. „Viele Neulinge haben inzwischen neun Spiele Erfahrung auf dem Buckel, das zahlt sich aus.“

Die Erwartungen der Verantwortlichen sind klar, die Arrows müssen auch in diesem Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht werden. „Die Zeiten des Underdogseins sind vorbei“, sagt Headcoach Jürgen Doh. „Wir sind jetzt am Mittelfeld dran und wollen noch weiter nach oben in der Tabelle.“ Nach fünf Niederlagen in Folge, könnte nun der fünfte Sieg in Folge fallen. Eine kleine Cinderella-Story am Rande der Oberliga-Saison. „Es könnte so kommen, wir dürfen jetzt nur nicht nachlassen“, fordert Doh!