Silver Arrows drehen das Spiel – Serie gestartet

Herren

Mit einer bravourösen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit konnten die Stuttgart Silver Arrows am Samstag, 13. Juni 2015, das Spiel bei den Weinheim Longhorns noch drehen. Nach einem 0:14 Rückstand sah es zuerst nicht nach einem erfolgreichen Tag aus, doch weil die Offense drei mal punktete und die Defense den Gastgebern keinen Stich mehr gönnte endete das Spiel mit einem verdienten 21:14 Sieg.

 

 

Die Revenge Tour hat gestartet. In der Rückrunde wollen die Stuttgart Silver Arrows die Ergebnisse der Hinrunde vergessen machen. In der gab es bislang in sechs Spielen fünf Niederlagen. Erst im Spiel letzte Woche gab es einen Sieg gegen die Böblingen Bears. Dies war aber, auf Grund des Spielplans, bereits das erste Spiel der Rückrunde. „Und wir haben uns vorgenommen, jedes Team in der Rückrunde zu schlagen“, verkündet Headcoach Jürgen Doh selbstbewusst.

 

Dass es aber mit einem Sieg bei den Weinheim Longhorns klappen sollte, war eigentlich gemauschelt. Denn es war das Hinspiel. „Da konnten wir auf unserer Revenge Tour keine Rücksicht nehmen“, grinst ein gelöster Doh. Dabei fing das Spiel eher wie ein Spiel der Hinrunde an. Die Arrows gönnten den Weinheimer zum Auftakt den Ball und holten ihn sich direkt auf dem Feld wieder. Leonard „Nelson“ Bullard erwischte den gegnerischen Quarterback auf der Flucht und schlug ihm den Ball aus der Hand, den Alex Katz für seine Arrows sichern konnte. Doch aus dem Ballbesitz konnte die Offense keinen Gewinn schlagen und musste ihn nach drei erfolglosen Versuchen wieder per Punt an Weinheim abtreten.

 

Dann wechselte das Angriffsrecht schnell zwei mal, weil kein Team ein Frist Down erzielte und Weinheim war wieder in Ballbesitz. Und dieses mal machten sie es besser. Nach einem langen Drive, in dem sie zügig die Kette bewegten, erzielten die Longhorns mit einem Pass aus 15 Yards und anschließendem PAT die 7:0 Führung. Bei den Arrows lief es dagegen noch nicht rund. Mit nur zwei Runningbacks angereist, setzte Doh auf eine Singleback Formation, die jedoch keinen Erfolg brachte und so durfte Michael Dierberger erneut Punten. Dieses mal setzte er den Kick so gut an, dass der Ball bis zur 5 Yard Linie kullerte.

 

Von dort durften die Gastgeber nach dem ersten Seitenwechsel wieder ran und sie marschierten unaufhaltsam über das Feld und vollendeten dieses mal aus 25 Yards mit einem Pass-TD zum 14:0. „Da hat es bei uns noch nicht gepasst“, gibt Nick Daubitzer zu. Der Defensiv Coordinator durfte dabei heute auch selbst ran, denn die Arrows waren auch nur mit vier Passverteidigern angereist. „Und wir brauchen vier in unserer Verteidigung, da mussten wir mitunter etwas improvisieren.“

 

Bis zur Halbzeit fielen dann keine Punkte mehr und die Arrows zogen sich zur Besprechung in den Schatten zurück. „Dort gab es noch mal aufbauende Worte von uns“, erklärt Doh, der damit nett umschreibt, dass es bei sowas auch gerne mal lauter wird. „Wir mussten die Jungs mal aufwecken, aber den besten Motivationspunkt brachte wohl der Martin“, erinnert sich Doh. Martin Aymar ließ kurz vor Kickoff seine Kollegen wissen „Wenn wir das Spiel verlieren, gibt es auf der Rückfahrt keinen Alkohol, keinen Tropfen!“

 

 

Das zeigte Wirkung. Gleich mit dem ersten Drive bewegten sich die Arrows über das ganze Feld. Doh hatte inzwischen beide Runningbacks gleichzeitig auf dem Feld und dank Anton Haffner und Daniel Eberhard lief es nun am Boden. Und durch die Luft fand Dierberger nun auch öfters Florian Laufer oder Rafael Henßler. Die ersten Punkte erzielte er aber, als er Cornelius Jones über 5 Yards in der Endzone fand. Muffler setzte den Zusatzversuch gekonnt zwischen die Stangen und die Arrows waren wieder dran: 14:7.

 

Aber das dritte Viertel hielt noch mehr in petto. Erst stoppte die Defense die Hausherren erneut mit einem 3-and-out, dann war die Offensive wieder dran und das Bild ähnelte sich. Unaufhaltsam marschierte der Angriff über das Feld und dieses mal fand Dierberger Laufer über 30 Yards zum Touchdown (PAT Muffler). 14:14 Unentschieden. Und weil die Silberpfeile die Longhorns fest im Griff hatten, mussten diese erneut Punten und der Angriff um Dierberger durfte weiter rollen. Erst tief in der gegnerischen Hälfte verpuffte der Schwung und die Stuttgarter setzten zum Fieldgoal an. Mufflers Kick war hoch und weit, flog aber dierekt über einen der Masten und war damit nicht gut.

 

Und nun wachten die Weinheimer anscheinend auf, denn es lief wieder und wäre nicht Johannes Fischer dagewesen, es hätte bös für die Arrows enden können. Er tackelte den gegnerischen Runningback so geschickt, dass dieser den Ball verlor und von Marc Schmauder für seine Farben gesichert werden konnte. Mit diesem Paukenschlag ging es auch, angefeuert von den Cheerleadern von Great Orange Fire (GOF) ins letzte Viertel. GOF erhielt über das Spiel hinweg zeitweise mehr Applaus, als das Heimteam.

 

Und die Arrows wollten nun den Sack zumachen. Der Angriff brauchte bei seinem 7 Minuten Drive aber auch die Unterstützung der Gegner und einen aufmerksamen Headcoach, der auf ein First Down pochte und die Referee-Crew dazu brachte, noch mal genau nachzumessen. Mit Erfolg. Die Arrows blieben in Ballbesitz und am Ende war es Eberhard, der aus 4 Yards in die Endzone powerte. Erstmals lagen die Arrows vorne: 14:21.

 

Aber es waren noch über vier Minuten zu spielen. Weinheim wollte die Gelegenheit am Schopf packen und setzte alles auf Angriff. Doch Daubitzers Verteidigung beugte sich, aber brach nicht. Bis in die eigene Redzone ließen sie die Gastgeber gewähren. Kurz vor der eigenen Endzone war dann aber Schluss. In vier Versuchen brachten die Longhorns den Ball nicht in die Endzone der Arrows unter und es blieb beim umjubelten 21:14 Erfolg der Silberpfeile. „Da haben wir noch mal alles gegeben“, sagt Daubitzer, der selbst einen wichtigen Tackle setzte und zwei weitere Mal daran beteiligt war, dass dem Spieler der Longhorns in dieser Phase kein größerer Raumgewinn gelang.

 

Nun haben die Stuttgarter zwei Wochen Zeit, sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten und die Revenge Tour fortzusetzen. Am 27. Juni erwarten die Silberpfeile die Biberach Beavers im heimischen Stadion Festwiese. Beginn ist um 15.30 Uhr und Kickoff um 16 Uhr. Da parallel der Stuttgart-Lauf stattfindet, muss mit Behinderungen gerechnet werden. Kostenloses Parken wird voraussichtlich auf P10 möglich sein, Näheres geben die Arrows dann aber vor dem Spiel noch bekannt.

 

Ergebnisse vom Wochenende:

Weinheim Longhorns – Stuttgart Silver Arrows 14:21

Heilbronn Salt Miners – Tübingen Red Knights 20:17

Böblingen Bears – Biberach Beavers :