Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Verein

Der Sonntag steht unter dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Denn erst werden die Formalitäten abgewickelt. Jugendvollversammlung. Hauptversammlung des Fördervereins und dann Hauptversammlung des Hauptvereins. Alles von 19 – 23 Uhr, in dieser Reihenfolge. Und dann kommt das Vergnügen. Die Superbowl Übertragung. Alles wird der Verein im Vereinsheim Föhrich anbieten.

 


 

Für Footballer gibt es keinen wichtigeren Tag als das Endspiel um die Superbowl, dem Finale der amerikanischen Profiliga NFL. Dem größten Einzelsportevent der Welt. Wenn man die Kosten für eine halbe Minute Werbung betrachtet, ist es sogar das teuerste Sportevent. Und dennoch übertreffen sich die Firmen mit einfallsreiche Werbesekunden. Letztes Jahr war es Volkswagen mit dem kleinen Darth Vader, dieses Mal wird es Audi mit Vampiren sein.


Für die Mitglieder und Verantwortlichen des AFC Stuttgart Silver Arrows e.V. beginnt der Abend der Superbowl aber etwas anders wie z.B. in vielen Familien in den USA (wobei es dort dann Mittag wäre). Hier müssen erst einmal die Formalitäten des Vereinslebens abgearbeitet werden. „Arbeit ist übertrieben“, mein Jürgen Doh, 1. Vorsitzender des Football- und Cheerleaderclubs. „Immerhin können hier die Mitglieder mitwirken, sich einbringen und mit uns zusammen die Richtung bestimmen, wo es langgehen soll.“


Aber natürlich ist so eine Versammlung auch etwas trocken. „Um die ganzen Formalitäten kommen wir nicht herum. Da ist vieles gesetzlich vorgegeben.“ Und natürlich steht der Verein auch im Wandel. Es stehen Neuwahlen an und nicht jeder Amtsinhaber wird sich wieder zur Wahl stellen. „In diesem Fall sind es Zukunftspläne, die unseren Schriftführer in den Norden verschlagen und einen unserer beiden 2. Vorsitzenden nach Franken“, erklärt Doh.


Wer sich dafür zur Wahl stellt ist völlig offen. Zwar hat der Vorstand schon mal seine Fühler ausgestreckt, doch die Versammlung wird entscheiden. Was am Ende spannender wird, die Wahl oder die Superbowl? Dort treffen zumindest die Underdogs aus New York, die Giants, auf die New England Patriots aus Foxborough, dem Topteam der AFC. Diese Begegnung gab es vor wenigen Jahren schon einmal. Da waren die Patriots unbesiegt bis in das Finale gekommen und verloren dort knapp gegen die Giants, die grad noch so in die Playoffs gerutscht waren und sich auswärts durch die kompletten Playoffs spielten.


Wird es so wieder passieren? Die Chancen stehen nicht schlecht. Das ist auch der Reiz dieses Finales. Ein KO-Spiel, ein einziges. Das hat weder Basketball, Baseball oder Icehockey in den Staaten. Und der Fußball kennt Playoffs als Ligafinale gar nicht. Vielleicht ein Grund, warum in der Nacht vom Sonntag auf Montag mehr als 200 Mio. Zuschauer weltweit dieses Spiel verfolgen werden, die Hälfte davon allein in den USA, aber eben auch viele in Deutschland, wo SAT1 das Spektakel live übertragen wird.