Silver Arrows sind als Außenseiter unter Zugzwang

Herren

Am kommenden Samstag, 2. Juli, treffen die American Footballer der Stuttgart Silver Arrows in Karlsruhe auf die KIT Engineers. Der aktuelle Tabellenführer hat nach der Niederlage gegen die Silver Arrows kein Spiel mehr verloren und konnte sich so an die Spitze der Oberliga Baden-Württemberg setzen. Die Arrows treten trotz der Verletzung einiger Leistungsträger mit dem Willen an, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen und nach drei Niederlagen in Folge wieder selbst an die Spitze der Liga heranzurücken.

Die Silver Arrows starteten hervorragend in die Saison. Fünf Spiele, fünf Siege. Der letzte der Siege, gegen den Mitfavoriten aus Heilbronn, gelang besonders imponierend. Doch nun hagelte es drei Niederlagen in Folge, gegen Teams, gegen die man in der Hinrunde noch gewonnen hatte. Dabei auffällig, die Fehler auf beiden Seiten des Balls. Der Angriff wirkte plötzlich zahnlos und die Verteidigung mitunter planlos. In den ersten fünf Spielen kassierte man gerade mal 74 Punkte, in den letzten drei jedoch 85! „Wir haben uns da Blößen gegeben, die es so in den ersten fünf Spielen nicht gab, zumindest nicht so häufig“, analysiert Nick Daubitzer, der Chef der Defense.

Auch er muss in seiner Mannschaft immer wieder wichtige Spieler ersetzen. „Aber das darf nicht entscheidend sein“, fährt er fort. Für ihn ist es klar, dass dann die Backups ihre Chancen ergreifen müssen. „Da muss der Wille da sein, das Feuer! Fehler dürfen die Jungen noch machen, wenn der Einsatz stimmt.“ Vielleicht hat sich nach den fünf Siegen auch eine gewissen Bequemlichkeit eingeschlichen. „Zumindest ist die Trainingsbeteiligung runter“, ärgert sich Headcoach Jürgen Doh. Und das nicht nur, weil ein paar Spieler verletzt sind, oder sich die Älteren eine Auszeit gönnen, um wieder fit zu werden.

Den Gegner wird das freuen, denn KIT hat sich an der Tabellenspitze festgesetzt. Dabei glänzen sie nicht mit einer guten Defense, sondern mit einer hervorragenden Offense. In sieben ihrer acht Spiele erzielten sie 26 Punkte oder mehr. Auf der anderen Seite kassieren sie aber auch mehr Punkte und konnten nur in zwei Spielen den Gegner bei unter 21 Punkten halten. „Bis auf diese zwei Spiele ging auch jedes Spiel nur knapp zugunsten der Engineers aus. Maximal acht Punkte lagen zwischen Sieg und Niederlage und erst am letzten Spieltag gab es ein 44:42 gegen Biberach.

Trotz der schwachen Leistung der letzten Wochen, stellen die Arrows mit die beste Defense der Liga. „Und es wird Zeit, dass wir gegen Karlsruhe an die alten Stärken anknüpfen“, gibt Daubitzer vor. „Wir müssen unsere Offense in gute Feldposition bringen. Den Rest muss dann der Angriff richten.“ Und der macht gerade mal halb so viele Punkte, wie Karlsruhe. Klar, durch die Verletzung des Quarterbacks gab es natürlich Abstimmungsprobleme, aber die alleine will man nicht als Grund hinnehmen. „Wir hätten vielleicht von Anfang an auf einen Backup setzen sollen, der vor Ort verfügbar war“, nimmt Doh die Schuld auf sich.

Nun aber hoffen die Silberpfeile, dass sie offensiv besser eingespielt sind und mit KIT mithalten können. Ein Sieg der Arrows würde die Rückrunde wieder spannend machen. Die Arrows wären bis auf einen Sieg an Karlsruhe dran und könnten gleichzeitig den Abstand zum Verfolger Freiburg halten oder ausbauen. Heilbronn muss sich dagegen gegen Biberach behaupten, die gerade auf dem Vormarsch sind und sich aus dem Tabellenkeller befreien.

Am Samstag geht auch die U19 wieder an den Start und spielt ab 12 Uhr in Kornwestheim an der Osthalle in der SG Arrows/Cougars gegen das Wolfpack aus Bad Mergentheim. Für das neuformierte Team eine harte Aufgabe. Aber die Coaches sind optimistisch, dass das Ergebnis knapper wird, als das 6:30 aus dem Hinspiel. Am Sonntag startet dann auch die U15 in ihre Tackle Saison und darf sich in Tübingen ab 11 Uhr mit den Red Knights und den Badener Greifs messen. Obwohl es diese Konstellation auch vor zwei Jahren gab, ist es für alle Teams eine neue Runde, mit vielen neuen Gesichtern und Kids, die das erste mal in einem Tackle-Spiel dabei sein werden.