Revenge-Tour erfolgreich beendet – Sechster Sieg in Folge

Herren

Zwar verloren die Stuttgart Silver Arrows beim 26:22 Sieg über die Heilbronn Salt Miners in der Oberliga Baden-Württemberg den direkten Vergleich, doch mit dem sechsten Sieg in Folge, eine Serie, bei der alle Teams der Liga geschlagen wurden, festigten die Stuttgarter Footballer den dritten Platz in der Tabelle und sorgten für weitere Spannung im Kampf um die Meisterschaft. Der Tabellenführer wurde gestürzt. Nun haben die Silberpfeile zwei Wochen Zeit, sich auf den aktuellen Tabellenführer, die Weinheim Longhorns, vorzubereiten.

 

 

 

Die Stuttgart Silver Arrows hatten gerade mit einem Lauf Touchdown von Daniel Eberhard auf 26:16 erhöht. Ein wuchtiger Lauf aus 2 Yards Entfernung. Der direkte Vergleich wäre damit zu Gunsten der Silberpfeile entschieden gewesen, doch Heilbronn schlug noch einmal zurück. Mit einem Big Play sorgten die Unterländer für den 26:22 Anschluss und da der Zusatzversuch fehl schlug, brauchten die Heilbronner einen weiteren Touchdown für den Sieg. Was bedeutete, dass man alles auf eine Karte setzen musste. Onside Kick. Doch den sicherte Patrick Brand für die Arrows, die damit wieder in Ballbesitz kamen. Mit der Chance, den direkten Vergleich wieder für sich zu entscheiden.

 

Dieses mal waren es nicht Eberhard oder Anton Haffner, die für Raumgewinn sorgten, sondern Lukas Dank, der Rookie, der zwei First Downs für seine Arrows erarbeitete und ihnen damit den Sieg sicherte. „Klar, wir hätten auch den direkten Vergleich anstreben können“, gibt Headcoach Jürgen Doh zu. „Doch wenn es am Ende für uns noch eine Chance auf den Titel gibt, kommt es nicht auf dieses Spiel an“, weiß Doh. Denn dann wären am Ende drei Teams punktgleich und in der dann heranzuziehenden internen Tabelle dieser drei Mannschaften hätten die Arrows mit mehr Siege eh die Nase vorn.

 

Dabei hatte das Spiel einmal mehr anders begonnen, als sich das die Hausherren erhofft hatten. Zuerst einmal war die Soundanlage des Stadions ausgefallen. Keine Musik, kein Stadionssprecher. „Wir haben alles versucht, es war nichts zu machen“, erklärt Pressesprecher Klaus Krauthan die Stille im Spiel, die von den Hip-Hop-Open jedoch übertönt wurde. Immerhin konnten die Cheerleader dank Ghettoblaster ihre Cheer-Einlagen aufpeppen. Aber auch auf dem Feld lief es unrund.

 

Man konnte einen vierten Versuch verwandeln, war also Risiko gegangen, schon so früh im Spiel, doch dann schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Anton Haffner tankte sich gerade durch die gegnerische Linie durch, als ein Hit den Ball frei schlug, den sich Heilbronn sicherte. Die Defense der Arrows, heute mal stark ersatzgeschwächt, hielt dagegen und zwag Heilbronn zum Fieldgoal, dem Feldtorversuch aus dem Feld. Und das saß. Heilbronn ging mit 0:3 in Front. Vor dem ersten Seitenwechsel mussten die Arrows punten, doch der Befreiungsschlag von Michael Dierberger schoss quer und ging an der eigenen 40er ins Aus. Von dort marschierten die Salzgräber und vollendeten mit einem Touchdown und Zusatzkick zum 0:10.

 

Nun war es an den Arrows zurückzuschlagen und die Silberpfeile nutzten die Chance. Läufe über Haffner und Eberhard, gemischt mit Pässen auf Florian Laufer oder Rafel Henßler sorgten für Raumgewinn. Dann kam der Pass auf Paul Turk, doch der wurde ein Yard vor der Endzone gestoppt, so war esDierberger vergönnt, den Anschluss zu erzielen. Nach Stefan Mufflers Kick stand es 7:10 und so gingen die Teams in die Pause. Aus der kam Heilbronn mit dem Ballbesitz, doch ohne zählbaren Erfolg. Und für die Arrows ging es dieses mal schnell. Zwei Läufe, dann ein Play-Action Spielzug. Angetäuschter Lauf und dann Pass von Dierberger auf Anthony Shelton über 40 Yards zum Touchdown. 13:10 Führung für die Arrows.

 

Doch die Salt Miners schlugen umgehend zurück. Eine Unachtsamkeit der Defense nutzten die Unterländer rücksichtslos aus und scorten mit einem Big Play, einem Lauf über 63 Yards. Der Zusatzversuch schlug fehl und so führte Heilbronn nun mit 13:16. Im letzten Viertel mussten die Arrows also alles geben, um das Spiel noch zu drehen. Und sie packten es an. Erst vollendete erneut Dierberger einen langen Drive der Silberpfeile, Mufflers Kick ging daneben und holte so die Führung zum 19:16 zurück, dann zwang die Defense der Arrows den Gegner zu einem Befreiungsschlag und die Stunde von Eberhard schlug, der die nächsten Punkte einfuhr.

 

Und am Ende stand da ein Sieg auf dem Scoreboard. „Die Offense-Line hat heute einen super Job gemacht“, freut sich Mario Hoffmann, verantwortlich für die schweren Jungs. Während Nick Daubitzer, der Chef der Defense, froh war, dass seine Verteidigung, die ersatzgeschwächt angetreten war, den Gegner wenigstens ab und zu im Griff hatte. „Das war heute nix für schwache Nerven“, gibt er zu, aber in den entscheidenden Minuten hatten seine Mannen die richtige Nase. „Die Big Plays mussten wir hinnehmen“, ärgert sich Daubitzer, der sich über mehr Turnovers für sein Team gefreut hätte.

 

Nun haben die Arrows zwei Wochen Pause und können sich in Ruhe auf die Weinheim Longhorns vorbereiten, die in der nächsten Woche nach Biberach müssen. Dabei haben die Silberpfeile gerade ihre Revenge-Tour erfolgreich beendet. Mit sechs Siege in den letzten sechs Spielen gelang den Stuttgartern ein Erfolg gegen jedes der anderen Teams der Oberliga. Nur gegen Weinheim gab es bislang noch keine Niederlage. Weil man damals in Weinheim das Spiel drehte und nach einem 0:14 Rückstand mit 21:14 als Sieger vom Platz ging. „Ich würde mich freuen, wenn wir es dieses mal nicht so spannend machen“, erklärt ein tropfender Headcoach Jürgen Doh nach seiner Gatorade-Dusche.