Drei Chancen für die Arrows: Teil III – Vom Winde verweht

Herren

Sie hatten sich viel vorgenommen, die Spieler um Headcoach Jürgen Doh. Der „Final Fight“, wie das Spiel von den Saarland Hurricanes angekündigt wurde, sollte nochmal zeigen dass die Silver Arrows das Zeug dazu haben in der GFL2 Akzente zu setzen. Leider kam dann irgendwie alles sehr viel anders als erwartet.
In einem von Strafen und unsportlichen Aktionen dominierten Spiel verloren die Stuttgarter mit 18:33 gegen die Saarland Hurricanes und verabschieden sich somit mit nur 3 Siegen aus 14 Spielen erneut aus der 2. Bundesliga.

Es ging eigentlich um nichts mehr. Weder die Silver Arrows noch die Saarland Hurricanes konnten mit einem Sieg noch irgendetwas bewegen und man hätte sich in einem fairen und freundschaftlichen Match die Wartezeit bis zur nächsten Saison etwas versüßen können. Umso erstaunlicher war die Aggressivität mit der die Gastgeber in die Partie gingen und die ihnen 190 Yard Strafen und 2 Platzverweise einbrachten.
Dabei begann das Spiel vielversprechend für die Arrows. Die zuerst in Ballbesitz gelangenden Hurricanes konnten aus ihrem Angriffsrecht kein Kapital schlagen und mussten nach nur 3 Versuchen bereits den Ball per Punt an die Gäste aus der Schwabenmetropole abgeben. Mit einem grandiosen Lauf von Manuel Lehniger legte die Offense auch gleich los und wollte zeigen, zu was sie fähig sind. Doch ein Fumble und ein anschließender Sack des Spielmachers J.D. Lindsay beendeten den Vorwärtsdrang und die Offense musste das Angriffsrecht an die Gastgeber abtreten.
Die hatten sich offensichtlich von ihren Anlaufschwierigkeiten erholt und erzielten mit wenigen Versuchen über Läufe von Kwame Agyin und einen abschließenden Pass von Quarterback Brian Amaral auf Bastian Schmidt die ersten Punkte des Spieles. Auch der Zusatz-Kick von Peter Meyers saß und so wurde beim Stand von 7:0 für die Canes zum ersten mal die Seiten gewechselt.

Kaum wieder in Ballbesitz agierte die Stuttgarter Offense sichtlich nervös. Immer wieder kam Quarterback J.D. Lindsay unter Druck und so musste man nach mehreren Sacks erneut den Ball per Punt abgeben. Im Gegenzug erzielten die Hurricanes erneut durch einen langen Pass von Amaral auf Markus Palm schnell einen weiteren Touchdown und so stand es im zweiten Viertel bereits 13:00 für die Gasgeber (PAT nicht gut).
Mit Läufen über Manuel Lehniger und Pässe auf Eisold und Radke marschierten die Arrows dann vorwärts, doch Strafen und Unkonzentriertheiten vereitelten weiteres Vorwärtskommen und so musste man auch im dritten Anlauf ohne Punkte den Ball abgeben. Die Hurricanes machten im Gegenzug dass, was sie am besten konnten. Mit kräftigen Läufen über Agyin und Angelini und einem abschließenden Pass, ebenfalls auf Agyin, erzielten sie das 20:00 (PAT Meyers) und wie schon so oft in diesem Jahr liefen die Arrows einem scheinbar unaufholbaren Rückstand hinterher.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt kochten die Emotionen im Spiel über. Beim anschließenden Kick-Off hagelte es wieder Flaggen und der Saarländer Kevin Michel durfte frühzeitig Duschen gehen. Die Offense der Arrows hatte jetzt wohl lang genug neben sich gestanden und mit Läufen über Lehniger, Haffner und Lindsay ging es Richtung Endzone. Kurze Zeit später bediente Quarterback Lindsay den in der Endzone frei stehenden Marc Plesse zum 20:06. Da der Stuttgarter Kicker verletzungsbedingt nicht spielen konnte ging man, wie bei allen folgenden Touchdowns auch, auf eine 2-Point Conversion die jedoch alle durch die Defense der Hurricanes verhindert werden konnten.
Auch die Defense der Stuttgarter fand zu ihrer Form zurück und hielt den Gegner bei auslaufender Uhr in Schach und verhinderte somit weitere Punkte in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause legten die Offense der Silver Arrows durch kräftige Läufe vor doch erneut musste man sich nach einem Sack mit Raumverlußt per Punt vom Ball verabschieden. Dafür war die Defense der Stuttgarter jetzt hellwach. Bei einem Lauf von Nunzio Angelini riss ihm Linebacker Robert König den Ball aus den Armen und sorgte so für ein frühzeitiges Ende der Saarländer Angriffsbemühungen. Doch das so gewonnen Angriffsrecht mussten die Arrows schnell wieder an Saarland abtreten welche jedoch auch kein Kapital daraus schlagen konnten. Anton Haffner war dann der nächste Pechvogel des Spiels. Bei einem schönen Lauf verlor er nach 20 Yards den Ball aus den Händen und brachte damit die Hurricanes aufs Feld welche diesmal die Chance nutzten und zum 27:06 davonliefen (PAT Meyers). Ihr anschließender Onside-Kick ging jedoch ins Aus und so konnten die Mannen um J.D. Lindsay erneut über Läufe von Manuel Lehniger, Strafen gegen die Hurricanes und dem abschließenden 30 Yard Touchdown-Pass auf Tim Radke Punkte auf’s Scoreboard bringen. So wurde beim Stand von 27:12 zum letzten Mal die Seiten gewechselt.

Die folgenden Angriffsbemühungen der Saarländer fanden jedoch ein jähes Ende als die Offense-Line der Canes den blitzenden Bastian Feigl völlig ignorierte und Spielmacher Amaral beim Sack der Ball aus der Hand flog. Das Ei landete in den Armen von Defense End Ansgar Holthaus. Dieser bedanke sich für das unerwartete Geschenk und sprintete zum 27:18 davon. Die Saarländer versuchten es erneut mit Läufen und einzelnen, eingestreuten Pässen doch nach einem weiteren Fumble, diesmal von Agyin, mussten sie wieder punktlos vom Feld. Die Arrows wollten ihre Chance nutzen und das Spiel vieleicht doch nochmal drehen aber nach einem weiteren Sack von Quarterback Lindsay gaben sie das Angriffrecht letztmalig an die Gastgeber ab.
Nach einem Fehler des Returners und erneuten Strafen mussten die Canes kurz vor ihrer eigenen Endzone mit ihrem Drive beginnen und arbeiteten sich Yard um Yard voran. Dabei hagelte es bei fast jedem Spielzug Flaggen und einige der Akteure schienen jetzt völlig außer Kontrolle zu sein. Auch eine Ermahnung des Haupschiedsrichters an die beiden Spielführer brachte wenig und so wurde auch Bastian Schmidt von den Huuricanes nach mehreren Vorstrafen und einem abschließenden unsportlichen Verhalten vom Feld geschickt. Sein unmittelbar vorher gefangener Pass in der Endzone sowie der verwandelte Zusatzpunkt stellten dann auch den Endstand von 33:18 her.

Für die Stuttgart Silver Arrows war der zweite Ausflug in die 2. Bundesliga erneut nur eine Lehrstunde. Zwar konnte man diesmal mit einigen Teams mithalten und sogar ein paar Siege einfahren, für einen weiteren Aufenthalt in der zweithöchsten Spielklasse reichte es aber wieder nicht. Zu unbeständig waren die gezeigten Leistungen und vor allem das häufige Fehlen wichtiger Spieler hat die Mannschaft einmal mehr in den Abstiegsstrudel gezogen.
Jetzt heißt es erstmal die Verletzungen und Blessuren auszukurieren und sich ein wenig zu erholen bevor es in einigen Wochen für die Coaching Crew um Headcoach Jürgen Doh gilt, mit einer guten Vorbereitung für die Saison 2009 erneut den Grundstein für die GFL2 im Jahre 2010 zu legen.