Silver Arrows vereiteln Raubzug der Banditen

Herren

{mosimage}Gegen die Rhein-Neckar Bandits hatten die Stuttgart Silver Arrows beim 17:38 Erfolg den besseren Start und das bessere Ende. Nur im dritten Viertel kam so etwas wie Spannung auf, als die Bandits 10 Punkte aufholen konnten. Doch die Defense fing sich wieder und setzte mehrere Höhepunkte und sogar den Schlusspunkt der Partie, so dass der geplante „Raubzug“ der Banditen schon im Ansatz vereitelt wurde. Die Silver Arrows verteidigen, ungeschlagen, die Tabellenführung.

Der Football-Gott meinte es mit den Akteuren an diesem Samstag nicht so gut, obwohl die deutsche Football-Nationalmannschaft im fernen Japan, unbemerkt von den Medien, mit nur einer Niederlage (gegen die USA) die Bronzemedaille bei der WM erreichen konnte. Denn er ließ Petrus freie Hand und dieser bescherte den Deutschen einen Sommer, wie ihn alle seit Wochen vermissen. Aber für ein Footballspiel sind Temperaturen über 30 Grad Celsius bereits eine besondere Quälerei. Dass genau zu diesem Spiel der Silver Arrows der eigene Kader den geringsten Stand der Saison erreichte, hätte nicht besser getimed sein können. Ironie des Schicksals, dass einige der Spieler wegen einer Grippe absagen mussten.
Die Arrows, die auf Stamm-Quarterback Andreas Kohler für den Rest der Saison verzichten müssen, stimmten ihre Spieltaktik auf das Potential ihres Backups ein. Jerry Don Lindsay, kurz J.D. genannt wirft lange, zielsichere Pässe und wurde so zum Albtraum der Rhein-Neckar Bandits. Zum persönlichen Albtraum von Marcus Baumgart, dem Quarterback der Banditen avancierten Ansgar Holthaus und Allen Bridges, die ihn zusammen sechs Mal zu Boden rangen. Holthaus brachte es dabei allein auf 4,5 Sacks.
Den Auftakt setzte die Defense nach Maß. Christian Strempfer sicherte im ersten Spielzug den freien Ball für seine Farben und Lindsay suchte und fand Sergio De Pilla über 20 Yards in der gegnerischen Endzone. Der Zusatzkick wurde zwar geblockt, aber es schien alles Perfekt zu laufen. Es schien, denn der kurze Auftritt der Offense sorgte nicht gerade für ein notwendiges warm werden und nachdem David Scavone einen schönen Drive der Gastgeber mit einem 3 Yard Touchdown Lauf krönte (PAT Dirk Stehle), lagen die Silver Arrows zum ersten Mal in der Saison hinten. Doch das 7:6 sollte auch die letzte Führung der Banditen gewesen sein. Noch vor dem ersten Seitenwechsel fing Azis Asani einen Pass von Baumgart ab und danach marschierte die Offense mit fulminanten Läufen und präzisen Pässen über das Feld und Lindsay vollendete mit einem 3 Yard Pass auf Robert Smith. Manuel Lehniger verwandelte anschließend den einzigen Zusatzversuch der Arrows zum 7:14.
Im zweiten Quarter setzte sich dieses Spiel fort. Asani pflückte zum zweiten Mal den Ball aus der Luft und bereitete damit einen Touchdown vor. Er profitierte dabei von der Vorarbeit von Holthaus und Bridges, die Baumgart zuvor zwei Mal in Folge zu Boden zwangen. Das letzte Yard überbrückte Lindsay selber. Den Bandits blieb keine Sekunde zur Erholung. Die Stuttgarter Defense erzwang einen Punt und in der Folge vollendete Manuel Lehniger mit einem 10 Yard Lauf-Touchdown zum 7:26 Halbzeitstand.
War das dritte Viertel zu Saisonbeginn noch das Aushängeschild der Arrows, bildet es derzeit das Sorgenkind. Die eigene Offense stotterte und die Defense zeigte Unaufmerksamkeiten, die die Mannheimer gekonnt nutzten. Baumgart mit einem kurzen Lauf und Stehle mit einem Zusatzkick und einem Fieldgoal verkürzten auf 17:26 ehe die Seiten ein letztes Mal gewechselt wurden. Just in diesem Augenblick schlugen die Arrows gnadenlos zurück. Lindsay zerpflückte mit De Pilla und Smith die Passverteidigung und Lehniger sorgte mit Chris Jackson am Boden für Raumgewinn.
Smith sorgte dann auch für die nächsten Punkte, als er einen kurzen Pass von Lindsay in der Endzone aus der Luft fischte. Als die Gastgeber noch einmal dagegenhalten wollten schlug Holthaus noch einmal zu. Er schnappte sich Baumgart bei einem Passversuch und zerrte ihn zu Boden. Dieser versuchte verzweifelt noch einen Pass zu werfen, um den drohenden Raumverlust zu vermeiden. Doch sein Pass landete in den Armen von Bridges, der die 20 Yards in die Endzone sprintete und sich anschließend bei Holthaus für die Vorarbeit bedankte.
„Das war ein gelungener Schlusspunkt“, freute sich Defensiv Coordinator Zach McCarthy über den Paukenschlag zum 17:38 Endstand. „Wir haben heute drei Viertel lang Football gespielt“, zeigte sich auch Jerry Lindsay, der Offensiv Coordinator, zufrieden. Er kam aber nicht umhin zu betonen, dass dieses eine Viertel, das er ausgespart habe, deswegen nicht vergessen sei. „Wir sind unserer Favoritenrolle trotz der zahlreichen Ausfälle gerecht geworden“, erklärt Headcoach Jürgen Doh zufrieden. „Das zeigt, dass die Leistungsdichte im Team hoch ist und wir auf allen Positionen, außer dem Kicker, adäquaten Ersatz haben.“
Nun planen die Silberpfeile für das kommende Heimspiel am 28. Juli gegen die Albershausen Crusaders einen großen „Americans-Day“. Neben freiem Eintritt für alle Amerikaner wird auch das Rahmenprogramm an dieses Motto angepasst sein. „Die Vorbereitungen laufen hierzu bereits auf Hochtouren“, verrät Doh. Und wenn alles perfekt läuft, könnten die Arrows zum letzten Heimspiel die nächste Meisterschaft nach Stuttgart holen. „Auch das werden wir entsprechend planen, auch wenn uns der Autocorso und der Empfang auf dem Rathausplatz versagt bleiben sollten“, fügt Doh schelmisch grinsend hinzu.