Kinder Happy, Arrows gewinnen, aber der Sieg ist teuer bezahlt

Herren

{mosimage}Die Stuttgart Silver Arrows konnten den Family-Day sowohl mit einem 28:19 Erfolg, als auch mit glücklichen Kindern abschließen. Hüpfburg und Schatzsuche kamen gut an. Auf dem Feld lieferte Jena den erwartet erbitterten Widerstand. Am Ende sicherten sich die Arrows den Sieg, müssen aber für den Rest der Saison auf Quarterback Andreas Kohler verzichten. Damit bleiben die Arrows Tabellenführer.

Vor über 300 Zuschauer, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, wollten die Stuttgart Silver Arrows unbedingt den sechsten Sieg im sechsten Spiel. Da kam eines der Topteams der Liga, die Injoy Hanfrieds Jena gerade recht. Ein weiterer Sieg gegen ein starkes Team und die Arrows wären einen Schritt weiter in Richtung Saisonziel: Meisterschaft. Während auf dem Spielfeld Action und Spannung geliefert wurden, konnten sich die Kinder in einer Hüpfburg oder bei der „Schatzsuche“ austoben. Viele Preise, gesponsert vom VfB und der BW-Bank, machten die Kids am Ende alle zu Sieger.
Auf dem Feld konnte es aber am Ende nur einen geben und Jena setzte alles daran am Ende der Eine zu sein. Im ersten Drive eröffnete ein langer Pass den Hanfrieds die erste Chance. Doch nach dieser ersten Unachtsamkeit agierte die Defense der Stuttgarter aufmerksamer. Jenas Vorwärtsdrang stoppte und es blieb nur die Chance auf ein Fieldgoal. Während Szabolcs Kovacs die richtige Länge im Fuß hatte, passte die Richtung nicht hundertprozentig und der Kick ging daneben.
Glück für die Arrows, die im Gegenzug ihre Stärke demonstrierten. Läufe über Manuel Lehniger und Anton Haffner folgten Pässe von Andreas Kohler auf Serio De Pilla, Dirk Schmetzer und Robert Smith. Dieser fing auch den Pass zum ersten Touchdown. Kohler fand ihn zielsicher über 20 Yards. Anschließend umlief Schmetzer im Zusatzversuch die gesamte Verteidigung und rettete sich in die Endzone. Die Gastgeber führten mit 8:0.
Nach dem ersten Seitenwechsel kamen die Hanfrieds noch mal kurz auf. Robert Barczyk hechtete das letzte Yard in die Endzone, nachdem sich die Gäste fast über das ganze Feld gekämpft hatten. Bastian Feigl blockte an seinem Geburtstag den Zusatzkick und es stand 8:6. Noch im zweiten Viertel legte die Offense der Silberpfeile noch einen Gang zu. Zuerst rannte Manuel Lehniger über drei Yards in die Endzone (PAT Alexander Hildebrandt), dann verzückte Smith mit einem Highlight-Catch das Publikum. Kohlers Pass war etwas zu weit geraten, doch Smith gab nicht auf, hechtete dem Ei hinterher und fing es akrobatisch. Da er dabei im Flug mit dem Ball die Endzone überquert hatte, was dieser 30 Yards Fang der dritte Touchdown (TPC misslungen) für die Arrows und zur Halbzeit führten die Arrows beruhigend mit 21:6.
Vielleicht zu beruhigend für die Arrows, denn nach der Pause lief die Offense nicht mehr rund. Vor allem auf das Laufspiel hatten sich die Hanfrieds gut eingestellt. Und im Passspiel leistete sich Quarterback Andreas Kohler drei kostspielige Ballverluste, als seine Pässe von gegnerischen Spielern abgefangen werden konnten. Jena witterte Morgenluft und nutzte seine Chance mit wuchtigen Läufen von Steffen Mey und Dennis Wiesemann und geschickt eingestreuten Pässen, meist auf Wiesemann, machten die Gäste Yard um Yard. Kurz vor der Endzone war es wieder Barczyk, der die letzten Zentimeter zum 21:12 überbrückte (TPC misslungen). Noch einmal wurden die Seiten gewechselt und es wurde spannend im Stadion Festwiese, denn Jena setzte nach. Barczyk fand Jacob Nebb auf der rechten Seite, der mit dem Ball in die Endzone fiel (PAT Kovacs). Plötzlich waren die Hanfrieds bis auf 21:19 heran und manch mitgereister Fan mag sich über das verkickte Fieldgoal aus dem ersten Viertel geärgert haben.
Und es schien als würde es für die Silberpfeile noch schlimmer kommen. Kohler verletzte sich bei einem Lauf ohne Fremdeinwirkung so schwer, dass er ins Krankenhaus musste. Der Schock bei den Arrows saß tief. Doch Backup Quarterback Jerry Don Lindsay nahm die Last auf sich und führte die Arrows über das Feld. Den Touchdown erzielte er dann aus drei Yards selbst (PAT Hildebrandt). Beim Stand von 28:19 konnte auch die Defense wieder lächeln, denn die Hanfrieds wurden im nächsten Drive schnell gestoppt und der ausgespielte vierte Versuch brachte die Silver Arrows weit in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz. Im Vertrauen darauf, dass nur noch knapp eine Minute zu spielen war, knieten die Stuttgarter zwei Mal ab, ehe sie erkennen mussten, dass noch zu viel Zeit auf der Uhr verblieben war. Ein First Down musste her. Lehniger packet sich das Ei und erkämpfte genau die erforderlichen zehn Yards. Allerdings verhinderte die aufmerksame Verteidigung der Gäste aus Jena einen weiteren Erfolg für Lehniger. Im letzten Versuch des Spiels stoppten sie ihn Zentimeter vor der Endzone.
„Es war der erwartet harte Kampf für uns. Jena hat es uns nicht leicht gemacht“, resümiert Headcoach Jürgen Doh. „Am Ende zählt aber der Sieg, nicht umsonst ist `a win is a win´ ein geflügeltes Wort im Football-Sprachgebrauch.“ Auch für Zach McCarty, verantwortlich für die Defense, zählt nur der Sieg. „Wir haben aber erkennen müssen, dass wir immer noch anfällig sind in der Verteidigung und das System noch nicht hundertprozentig umgesetzt haben.“
Mit dem Sieg sind die Arrows ihrem Ziel Meisterschaft einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Verlust von Kohler aber könnte am Ende noch für Spannung sorgen, denn Backup Lindsay wird im Sommer ins College in die USA gehen und den Silberpfeilen in den letzten beiden Spielen nicht zur Verfügung stehen. Am 14. Juli gegen Mannheim wird er aber noch einmal auflaufen und mit einem Sieg hätten die Arrows die Playoffs fast sicher, da die Konkurrenz jeweils noch gegeneinander spielt.